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Zeit zum Raunzen

Sie wird sich schon noch einarbeiten, das sind die "Anfangsproteste". Ist ja auch ungewohnt für sie, wenn sie jetzt wieder arbeiten gehen muss. Wenn sie mehr arbeitet, dann hat sie nicht mehr so viel Zeit zum Raunzen. Sie ist anscheinend eine "Perfektionistin" - keiner macht es so perfekt wie sie (glaubt sie), darum lässt sie die andern nichts tun und beschwert sich drüber, daß sie alles machen muss. (Hihi, ich kenn das so gut, weil ich auch vor einiger Zeit solche Tendenzen hatte - heut bin ich froh, wenn mir jemand eine Arbeit abnimmt, perfekt braucht überhaupt nichts mehr sein und so lässt es sich entspannter leben. Aber da musst erst mal selbst draufkommen, dann kannst was dagegen machen, wenn Du willst.

Heute habe ich in Schwechat übernachtet, in der Früh bin ich noch schnell zum Billa am Flughafen (nicht teurer als alle Billa-Läden, aber jeden Tag geöffnet, noch dazu bis spät am Abend) und hab die wichtigsten Sachen fürs Frühstück mitgenommen - Brötchen und Saunaschinken vom Angebot - als ich um ca. 10.00 zu Haus war, hat mein Freund noch geschlafen, ich hab das Frühstück gemacht, aufgewaschen, etc., ist nicht wirklich stressig gewesen, Mittags gibt's heute Pasta Asciutta mit grünem Salat, morgen koche ich Reisfleisch und am Dienstag treffe ich mich schon am Vormittag mit meinem Lover und frühstücke mit dem. Am Nachmittag treffe ich mich mit meiner Freundin in unserem Stammcafe in Schwechat. Die Kamera hab ich in der Wohnung liegen lassen, da muss ich dann am Dienstag dort die Fotos vom St. Patricksday brennen. Tut gut, wenn man nicht perfekt ist, und schon auch mal auf was vergisst. Also bei diesen Freunden kommt's total so rüber, als würden sich die extrem auf den Geist gehen. Kommt sicher auch daher, weils viel "aufeinander gehockt" sind. Wenn man sich nicht so oft sieht, dann gibt's weniger Reibungspunkte, allerdings kann's dann auch zu einer Entfremdung kommen, wenn man sich in verschiedene Richtungen entwickelt. Seinen Zorn verstehe ich, er kann ihr ja nichts Recht machen. Ist klar, daß man da wütend wird! Ich bin auch ein Einzelkind, aber ich bin gern mit anderen zusammen, vielleicht auch deshalb, weil meine relativ jungen Stiefonkel gleich nebenan gewohnt haben und ich im Grunde genommen doch ein grosses "soziales Netz" hatte, mit vielen unterschiedlichen Ansprechpartnern. Bestätigung erhält jeder gern - ich glaub gar nicht, daß das so mit "Einzelkind" zu tun hat. Eher vielleicht mit "verwöhntes Einzelkind", das könnte ich mir noch vorstellen. Die "Kehrseite" vom Einzelkind ist auch, daß sich die Eltern darauf fixieren und alle ihre Wünsche und Hoffnungen auf das einzige Kind projizieren, was auch nicht gerade angenehm ist. Weisst was der Unterschied ist zu den anderen, die sagen "lass den Typen doch"? Das ist, daß er ihn zu Ernst nimmt, die anderen nehmen ihn nicht für voll und dadurch tun sie sich leichter. Aber ich weiss, das das schwierig ist. Am besten, er beschäftigt sich gar nicht allzuviel mit ihm und lässt ihn links liegen. Wenn er merkt, daß er an ihn denkt, dann soll er sich gleich mit was anderem beschäftigen, angenehmem. Die meisten lassen sich eben von solchen Typen beschimpfen, denen ist es egal, die denken sich "der Trottel" und das war's.

 

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